Susanne Pflüger
Susanne Pflüger
Amtierende Friedensrichterin Kreis 7 und 8

Meine Tätigkeit – schlicht und einfach erklärt

Die Institution des Friedensrichters wurde im Jahre 1790 in Frankreich eingeführt und nach und nach von vielen Staaten übernommen. Seit 1803 existiert sie im Kanton Zürich. Damit ermöglichte man allen, ob begütert oder nicht, den Zugang zum Recht. Das ist auch heute noch so. Der Gang zum Friedensrichter respektive zur Friedensrichterin ist günstig und niederschwellig. Im Zivilprozess ist er – wenn kein Spezialgericht zuständig ist – mit wenigen Ausnahmen obligatorisch.
 

Was mache ich als Friedensrichterin?
Ich leite die sogenannte Schlichtungsverhandlung in den folgenden Streitigkeiten:

  • Forderungsklagen
  • Arbeitsrechtliche Klagen
  • Nachbarschaftsklagen
  • Erbrechtliche Klagen
  • Persönlichkeitsschutzklagen
  • Negative Feststellungsklagen
  • Klagen aus Motorfahrzeug- und Fahrradunfällen
  • Unterhaltsklagen bei unverheirateten Eltern oder erwachsenen Kindern

Als Friedensrichterin berate ich die Parteien in allen formellen Fragen und helfe der klagenden Partei bei Bedarf ein Rechtsbegehren zu erstellen.


Wie hoch sind die Kosten?
Die Kosten für das friedensrichterliche Verfahren richten sich nach der Höhe des Streitwerts der Klage und betragen momentan zwischen CHF 65 und CHF 1240. Arbeitsrechtliche Klagen bis zu einem Streitwert von CHF 30’000 sind gebührenfrei. 

Wie läuft eine Schlichtungsverhandlung ab?
Als Friedensrichterin lade ich zu einer Schlichtungsverhandlung vor und versuche zusammen mit den Parteien Lösungen zu finden. Das können Anerkennungen oder Vergleiche sein. Kommt es zu keinem Abschluss, wird der klagenden Partei die Klagebewilligung ausgestellt. Damit kann die Klage an das Bezirksgericht weitergezogen werden. Der Gang zum Gericht kann zeitraubend, aufwendig und teuer werden, deshalb ist es vorteilhaft bereits auf dem Friedensrichteramt eine Einigung zu erzielen.

Können sich die Parteien in der Schlichtungsverhandlung einigen, verfasse ich eine Vereinbarung. Diese lasse ich vor Ort von beiden Parteien unterschreiben und ihnen als Verfügung zukommen. Eine solche Verfügung ist rechtskräftig und hat die gleiche Wirkung wie ein Urteil. Bis zu einem Streitwert von CHF 2000 kann ich auf Antrag ein Urteil fällen und bis zu einem Streitwert von CHF 5000 einen Urteilsvorschlag unterbreiten.